|
|
|
Haustierratgeber - Hund
Anschaffung und Haltung
|
- Kann ich die einmaligen und regelmäßigen Kosten aufbringen (für: Grundausstattung, Futter, Impfungen, Tierarzt, Hundesteuer) ?
- Ist genug Platz vorhanden ?
- Habe ich genügend Zeit, dem Tier die Pflege und den Auslauf zu geben, die es benötigt ?
- Wohin mit dem Tier während des Urlaubs ?
Danach steht man vor der Entscheidung, welcher Hund es sein soll. Auch hierfür gibt es einige Kriterien, die beachtet werden müssen:
- Welches Alter soll der Hund haben (Welpe oder älteres Tier) ?
- Welches Geschlecht (Hündin oder Rüde) ?
- Wie groß darf er im ausgewachsenen Zustand sein (je größer der Hund, um so größer der Platzbedarf und die Unterhaltskosten) ?
- Soll es ein Rasse- oder ein Mischlingshund sein ?
- Wird er auch als Wach-, Hüte- oder Jagdhund eingesetzt ?
- Wieviele Jahre beträgt ungefähr die jeweilige Lebenserwartung ?
- Wieviel Auslauf und Bewegung benötigt die entsprechende Rasse ?
Die meisten Hunde werden innerhalb der Wohnung oder des Hauses gehalten. Große Rassen, Jagd- oder Wachhunde können auch im Garten oder einem geräumigen Zwinger untergebracht werden. In diesem Falle benötigen die Tiere eine Hundehütte zum Übernachten.
Die Grundausstattung für den Hund besteht aus : Wasser- und Futternapf / Halsband / Leine / Erkennungsmarke / Pflegeutensilien (z.B. fein- und weitzinkiger Kamm, Bürste, Schere) / Hundekorb mit Einlage (z.B. Decke, Kissen) / sicheres Spielzeug (keine scharfen Ecken, keine abbeißbaren Teile, darf nicht so klein sein, dass es in einem Stück verschluckt werden könnte) z.B. Bälle oder Gummispielzeug aus dem Fachhandel / evtl. Reisebox.
Der Standort des Korbes muss Schutz vor Zugluft bieten. Er sollte in einem ruhigen Bereich, jedoch nicht völlig vom Menschen isoliert liegen.
Pflege Ein Hund muss 3 bis 4 x am Tag ausgeführt werden, um ihm den notwendigen Auslauf sowie die Möglichkeit zu geben, sein Geschäft zu verrichten. Die Dauer hängt vom Bewegungsdrang, der Größe der entsprechenden Rasse und dem Alter des Hundes ab. Das Trinkwasser muss zweimal täglich (im Sommer öfter) erneuert werden. Die Fütterung erfolgt bei erwachsenen Tieren in ein oder zwei Portionen, jeweils abends bzw. morgens und abends. Wenn im Frühling und im Herbst der Fellwechsel stattfindet, muss der Hund jeden Tag gekämmt und/oder gebürstet werden. In der übrigen Zeit des Jahres richtet sich die Art der Fellpflege nach der entsprechenden Fellsorte. Man unterscheidet fünf Gruppen:
- Glattes Fell (wöchentlich kämmen und bürsten / nicht zu häufig baden, da sonst die wasserabweisende Schutzschicht der Haare zerstört wird)
- Seidiges Fell (täglich kämmen und bürsten / öfter baden)
- Drahthaar (wöchentlich kämmen und bürsten / alle 3 bis 4 Monate trimmen und baden)
- Langhaar mit Unterfell (wöchentlich kämmen und bürsten / im Frühjahr und Herbst 1 x baden)
- Nichthaarendes, gelocktes Fell (2-3 mal pro Woche kämmen und bürsten / alle 6 bis 8 Wochen scheren und baden).
Wenn der Hund Hängeohren hat, muss der äußere Gehörgang regelmäßig mit einem Wattebausch gereinigt werden, um Entzündungen zu verhindern. Vor allem bei kleinen Hunderassen ist es hin und wieder notwendig, die Krallen zu schneiden. Dafür benötigt man eine spezielle Krallenschere, die im Fachhandel erhältlich ist. Es muss darauf geachtet werden, dass die inneren Blutgefäße der Krallen nicht verletzt werden. Das Krallenschneiden kann aber auch vom Tierarzt vorgenommen werden. Da das Kauen von Knochen die Zähne nur in einem geringen Umfang gegen Zahnstein schützt, sollte man dem Hund 1 - 2 mal pro Woche mit einer im Fachhandel erhältlichen speziellen Hundezahnpasta die Zähne putzen. Wenn sich bereits Zahnstein gebildet hat, muss dieser vom Tierarzt entfernt werden.
Fortpflanzung Die Geschlechtsreife erreicht die Hündin mit ca. 5 bis 15 Monaten (je nach Rasse) und der Rüde mit ca. 10 Monaten (je nach Rasse). Von diesem Zeitpunkt an wird die Hündin zweimal im Jahr (Frühling + Herbst / manchmal häufiger) für ca. 3 Wochen läufig. Die Jungen kommen nach einer Tragzeit von ca. 63 Tagen mit voll entwickeltem Fell, aber blind und taub auf die Welt. Sie öffnen ihre Augen nach ungefähr 10 - 14 und ihre Ohrkanäle nach ca. 13 - 17 Tagen. Die Welpen werden 3 - 5 Wochen von der Hündin gesäugt. Danach erfolgt die Entwöhnung. Wer die Läufigkeit und oft daran anschließende Scheinschwangerkeit sowie ungewollten Nachwuchs verhindern möchte, kann die Hündin sterilisieren lassen. Auch eine Kastration des Rüden ist möglich.
Lebenserwartung je nach Rasse ca. 9 bis 16 Jahre (Altersrekord 29,5 Jahre).
Häufige Krankheiten Es gibt viele Symptome, die auf eine Erkrankung des Hundes hindeuten:
- häufiges Kratzen oder Beißen der Haut
- Reizungen an Ohr/Auge/Nase, verbunden mit Ausfluss
- Appetitlosigkeit
- Apathie
- übermäßiges Trinken
- anhaltender Durchfall oder Erbrechen
- Probleme beim Absetzen von Kot und Urin
- Humpeln/Lähmungen von Gliedmaßen
- Beschwerden beim Atmen
- Krämpfe/Kollabieren
- angeschwollener Bauch
- erhöhter Haarausfall/kahle Stellen
- Blutaustritt aus einer Körperöffnung
- häufiges Niesen/Husten
- Gewichtsverlust.
Beim Auftreten einzelner oder mehrerer derartiger Symptome sollte der Hund unverzüglich einem Tierarzt vorgestellt werden, da in manchen Fällen akute Lebensgefahr bestehen kann und einige Krankheiten nur im Frühstadium behandelbar sind. Es können innere oder äußere -erworbene, ererbte oder rassespezifische- Krankheiten, aber auch Vergiftungen, Parasiten, Ernährungs- u. Haltungsfehler, verschluckte Fremdkörper, Verbrennungen oder Verletzungen die Ursache dafür bilden. Zu den Parasiten gehören Flöhe, Zecken, Läuse, Milben und Flechten, die auf dem Hund sowie Sporentierchen, Band-, Spul- und Hakenwürmer, die im Hund leben. Außenparasiten entfernt man mit Insektizidsprays, Bädern oder Cremes bzw. durch Herausdrehen (Zecken). Die Innenparasiten werden mit Hilfe einer Wurmkur abgetötet. Diese muss in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden, um einem Befall vorzubeugen. Eine besonders bei großen Rassen häufig auftretende Fehlbildung des Hüftgelenks ist die Hüftdysplasie (HD). Sie kann in schlimmeren Fällen nur durch eine Operation behandelt werden. Kurzbeinige Hunde können an einer Bandscheibenerkrankung leiden, der Dackel-Lähme. Auch hier kann eine Operation notwendig sein.
| > |
|
|
|